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Der Seefahrer

 

Deichhotel - Restaurant Seefahrer

Das Gebäude auf dem Achthöfener Deich mit der ehemaligen Nummer "Altendorf No. 82", in dem sich heute das Deichhotel - Restaurant Seefahrer befindet, ist nach seiner Bauart in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut worden.

Seit den 1780´er Jahren war das Grundstück im Besitz der Familie Tiedemann. Sie betrieben eine Gaststätte, genauso wie auch ihre Voreigentümer und Nachfolger. Das Grundstück in prominenter Deichlage liegt im "Dreiländereck" zwischen den Bauernschaften Altendorf, Bentwisch und Isensee.

Hier trifft das Wegfährels von Isensee kommend auf den Weg unter dem Deich. Frachten von und zur Oste und zur nahe gelegenen Achthöfener Mühle sowie Besucher, die zum Verwaltungssitz und Kirchort Osten wollten, machten hier Station, um sich von den Strapazen des Weges zu erholen. Denn die Wege waren bis ins 20. Jahrhundert hinein unbefestigt und dementsprechend beschwerlich.

Auch die Osteschiffer machten hier häufig Station, denn Peter Tiedemann hatte hier eine Werft angelegt, die aufgrund der guten Lage direkt am Ostefahrwasser florierte. Im Jahr 1812 übernahm Peter Tiedemann Junior Gaststätte und Werf und baute das Geschäft des Vaters aus.

Die 2 - 3 hölzernen Ewer, die hier jährlich vom Stapel liefen und später repariert wurden, bildeten das Hauptgeschäft. Doch auch andere Zimmererarbeiten wie das Torhaus des Ostener Friedhofs stammten von Peter Tiedemann.

Die Gaststätte wurde durch den Handel mit Krämereien ergänzt. 1855 übernahm Johann Tiedemann das Geschäft. In den 1860´er Jahren lief hier der letzte Neubau vom Stapel. Der Bau von eisernen Ewern veränderte das Geschäft. 1882 wurde das Grundstück und Geschäft an die Familie Sternberg verkauft, die es bis 1911 betrieb.

Im Anschluss erwarb Robert Schwieger das Anwesen mit der Nummer "Altendorf No. 82" und betrieb es bis ... (Fortsetzung folgt).

Die Postkartenaufnahme, von der anderen Osteseite, zeigt das Grundstück mit dem Werftgelände. Eiserne Ewer waren hier trotz der werbenden Beschreibung auf der Postkarte nicht gebaut worden und auch hölzerne Neubauten waren um diese Zeit bereits selten.

Die Schleppdampfer mit ihren eisernen Schuten und die Eisenbahn auf der Hemmoorer Flussseite nehmen dem von Wind und Gezeiten abhängigen Ewer das Geschäft ab.

 

 

Quellen:
Häuserliste der Gemeinde Altendorf von 1851, Photosammlung Helmut Rüsch, Gisela Tiedemann in Jahrbuch der Männer vom Morgenstern Bd. 80, Ortsheimatpfleger Frank Auf dem Felde